So wird der Deich aussehen

Planerische Herausforderung und aktueller Stand
Die Erhöhung und Instandsetzung des Cranzer und Neuenfelder Hauptdeichs stellt eine erhebliche planerische Herausforderung dar, da zwischen Deich, Straße und privaten sowie landwirtschaftlich genutzten Flächen kaum freie Räume zur Verfügung stehen. Auf der Außenseite des Deiches liegt das FFH-Schutzgebiet „Mühlenberger Loch" mit dem streng geschützten Tideauwald. Auf der anderen Seite befinden sich Wohnbebauung sowie landwirtschaftlich und gewerblich genutzte Flächen.
Die Planung erfolgt unter Berücksichtigung der Hamburger Deichordnung sowie der einschlägigen Regelwerke und Richtlinien. Nach Abwägung aller Kriterien wurde in Abstimmung mit den zuständigen Behörden eine Vorzugsvariante ermittelt, die eine Ertüchtigung und Erhöhung des Deiches mit Verbreiterung auf der Binnenseite vorsieht. Das bedeutet, dass die heutige Deichgrundgrenze weiter in das Hinterland verlagert wird. Mit Blick auf die individuellen Betroffenheiten und die Interessen der Menschen vor Ort wird dieser Eingriff durch eine optimierte Planung sowie durch Sonderlösungen auf ein Mindestmaß reduziert. So wird an wenigen Engstellen z.B. mit Winkelstützwänden oder Grabenverrohrungen geplant, welche die Auswirkungen der Deicherhöhung ins Hinterland verringern.
Die im Rahmen der Deichertüchtigung durchgeführte Grundsanierung und Anpassung des Straßenquerschnittes inkl. Fuß- und Radweg führt zudem zu einer Optimierung des motorisierten Individualverkehrs sowie einer fuß- und radverkehrsfreundlichen Umgestaltung.
Anfang 2024 wurde das Projekt von der ReGe Hamburg wieder zur Hamburg Port Authority (HPA) übergeben. Das neue Projektteam hat die bestehende Planung intensiv geprüft und weiterentwickelt.
In der Folge wurde die Planung grundlegend überarbeitet. Die ursprünglich geplante Änderung der bestehenden Planfeststellungsunterlage wurde eingestellt. Stattdessen wird nun an neuen Planfeststellungsunterlagen gearbeitet. Die Umplanung erfolgte aus folgenden Gründen:
- Bessere Nutzung des Planungsraums: Die neue Straße wird nach Möglichkeit ca. 3,00 bis 3,50 Meter nach Süden verschoben.
- Verbesserung des Bauablaufs: Durch die Verlegung des Unterhaltungsweges können Bauabläufe entzerrt werden.
- Weniger Verkehrsbeeinträchtigungen: Der Bau der neuen Deichverteidigungsstraße wird Großteils vom Rückbau der alten Straße entkoppelt, wodurch eine zweispurige Verkehrsführung während längerer Phasen der Bauzeit ermöglicht wird.
- Vorsorge für die Zukunft: Die Planung berücksichtigt bereits die Durchführung einer ggf. zukünftig notwendigen Deicherhöhung.
- Steigerung der Effizienz: Durch die Aufteilung in zwei Planungsverfahren können die komplexen Anforderungen beider Abschnitte gezielt und sorgfältig bearbeitet werden, wodurch sich auch die nachfolgenden Genehmigungsverfahren effizienter gestalten lassen.
Ende 2024 führten zusätzliche Baugrunderkundungen im Bereich Cranz zu der Erkenntnis, dass der Bearbeitungsaufwand für die Optimierung höher ist als ursprünglich angenommen. Daraufhin wurde entschieden, das Gesamtprojekt in zwei separate Genehmigungsverfahren aufzuteilen:
Neuenfelder Hauptdeich: Die überarbeitete Entwurfsplanung steht kurz vor dem Abschluss. Anschließend erfolgt die Einreichung der Planfeststellungsunterlagen. Der Planfeststellungsbeschluss wird für 2027 angestrebt.
Cranzer Hauptdeich: Die überarbeitete Entwurfsplanung folgt im Anschluss mit Fertigstellung 2026. Der Planfeststellungsbeschluss wird für 2028 angestrebt.

Um den aktuellen Planungsstand verständlich darzustellen, haben wir die Pläne in sechs Einzelabschnitte eingeteilt und diese vergrößert dargestellt. So werden die Einzelheiten der Planung deutlich. Zudem zeigen zwei Querschnitte von Straße und Deich Sonderlösungen der Planung, die im Gebiet der Wohnbebauung am Cranzer Hauptdeich sowie im Bereich vom Siel- und Schöpfwerk Neuenfelde bis zum Südtor Airbus zur Anwendung kommen.
Abschnitt Cranz
Der Abschnitt befindet sich noch in der Detailplanung. Im weiteren Projektverlauf werden zu Cranz zusätzliche Informationen ergänzt.
Abschnitt Neuenfelde
4. Sperrwerk Estemündung Neuenfelde und Pella Sietas GmbH
In diesem Abschnitt erfolgt der Anschluss an die Hochwasserschutzlinie des Sperrwerkes.
Die Zufahrt zum Parkplatz des Werftgeländes der Pella Sietas GmbH wird angepasst. Hier ist eine Abbiegespur geplant. Die Überfahrt zur Deichunterhaltung und -verteidigung kann als Zuwegung zu der sogenannten Slipanlage (Rampe für Boote) genutzt werden.
Die Zufahrt zur Flüchtlingsunterkunft soll zukünftig über eine parallele Straßenführung erfolgen.
Der Straßenanschluss an das Sperrwerk wird komplett saniert und die Bushaltestellen neu angelegt.
5. Gewerbegebiet Neuenfelde 14
Hier wird die Zufahrt zum Gewerbegebiet Neuenfelde 14 über eine zusätzliche Linksabbiegerspur realisiert. Um die Straße zum Gewerbegebiet Neuenfelde 14 und zu den Wohnhäusern einfacher zu queren, ist eine sogenannte Sprunginsel vorgesehen, welche die Straße für den Fuß- und Radverkehr in zwei Hälften teilt und das Queren somit sicherer macht.
Um die Verschiebung der Straße nach Süden trotz der beengten Platzverhältnisse realisieren zu können, wird in diesem Abschnitt der Deichgraben verrohrt und der Unterhaltungsweg direkt darüber geführt.

Bestand

Blickwinkel 6

Simulation
6. Kreuzung Neuenfelder Damm bis Südtor Airbus
Zwischen den beiden Knotenpunkten Neuenfelder Hauptdeich/Neuenfelder Damm und Neuenfelder Hauptdeich/Am Rosengarten (Airbus-Tor Süd) ist eine dreistreifige Fahrbahn mit einer Fahrstreifenbreite von jeweils 3,25 Metern vorgesehen. Die Dreistreifigkeit beginnt westlich der Einmündung Neuenfelder Damm und endet im Bereich des Knotenpunktes Am Rosengarten. Die Fahrtrichtung stadteinwärts ist mit zwei Fahrstreifen geplant, die entgegengesetzte Richtung mit einem Fahrstreifen. Lediglich im Bereich des Knotenpunktes Neuenfelder Hauptdeich/Neuenfelder Damm ist zusätzlich ein Linksabbieger, ausgehend vom Neuenfelder Hauptdeich in den Neuenfelder Damm, vorgesehen. Dieser Knotenpunkt erhält eine Ampel (Lichtsignalanlage).
Die Fußgänger- und Radverkehrsführung erfolgt über eine Fußgängerfurt – also eine durch eine Markierung gekennzeichnete Fläche auf der Straße – westlich des Neuenfelder Damms sowie über den Neuenfelder Damm selbst. Die Dreistreifigkeit sowie die Ampel am Knotenpunkt Neuenfelder Damm/Neuenfelder Hauptdeich verbessern die verkehrliche Leistungsfähigkeit mit Auswirkung auf die ganze Strecke.
Der kombinierte Lagerstreifen/Geh- und Radweg im Begegnungsverkehr verläuft nördlich der Straße in einer Breite von 4 Metern. Lediglich im Bereich des Siel- und Schöpfwerkes wird es auf einer Länge von rund 200 Metern eine Einengung auf 3,15 Meter geben, um trotz der beschränkten Platzverhältnisse eine dreistreifige Fahrbahn realisieren zu können.
Zusätzlich reduziert in diesem Bereich eine Winkelstützwand den Flächenverbrauch.

Bestand

Blickwinkel 4

Simulation
Die Fußgänger- und Radverkehrsführung erfolgt über eine Fußgängerfurt – also eine durch eine Markierung gekennzeichnete Fläche auf der Straße – westlich des Neuenfelder Damms sowie über den Neuenfelder Damm selbst. Die Dreistreifigkeit sowie die Ampel am Knotenpunkt Neuenfelder Damm/Neuenfelder Hauptdeich verbessern die verkehrliche Leistungsfähigkeit mit Auswirkung auf die ganze Strecke.

Bestand

Blickwinkel 5

Simulation
Der kombinierte Lagerstreifen/Geh- und Radweg im Begegnungsverkehr verläuft nördlich der Straße in einer Breite von 4 Metern. Lediglich im Bereich des Siel- und Schöpfwerkes wird der kombinierte Lagerstreifen und Geh- und Radweg auf einer Länge von rund 200 Metern auf 3,15 Meter eingeengt, um trotz der beschränkten Platzverhältnisse eine dreistreifige Fahrbahn realisieren zu können.
Zusätzlich reduziert in diesem Bereich eine Winkelstützwand den Flächenverbrauch.
6a. Querschnitt Fahrbahn dreistreifig
