Das Projekt:

Warum der Deich erhöht werden muss

Der Klimawandel macht auch vor Norddeutschland nicht Halt. Weltweit steigt der Meeresspiegel an – das betrifft auch den Hochwasserschutz in den südlich der Elbe gelegenen Stadtteilen Cranz und Neuenfelde. Um die Menschen im Hinterland zu schützen und ihre wirtschaftlichen Lebensgrundlagen zu sichern, hat der Senat der Stadt Hamburg 2012 ein Deicherhöhungsprogramm beschlossen, durch das alle Hochwasserschutzbauwerke in Hamburg neu bemessen werden müssen.

Für den Cranzer und Neuenfelder Hauptdeich ist eine neue Höhe von 9,00/9,40 Metern über Normalhöhennull vorgesehen. Dafür muss der Deich um circa 70 Zentimeter erhöht werden. Da der Meeresspiegel im Hinblick auf den anhaltenden Klimawandel auch weiter ansteigen kann, ist es wichtig, den Deich so zu ertüchtigen, dass er auch nachträglich leicht weiter erhöht werden kann.

Im Zuge der Deichertüchtigung muss die Stadt Hamburg zudem die stark befahrene Hauptverkehrsstraße entlang des Deiches und das Entwässerungssystem erneuern. Mehr zu den Teilprojekten erfahren Sie hier.

Der Planungsraum

Der Planungsraum beginnt im Westen an der Landesgrenze zu Niedersachsen in Cranz und endet in Neuenfelde am Finkenwerder Hauptdeich West auf Höhe der Zufahrt zum Airbus-Südtor. Im Norden grenzt unmittelbar an das Planungsgebiet das Mühlenberger Loch mit seinen Schutzgebieten (FFH- Gebiet mit dem prioritären Lebensraumtyp Tideauwald, Naturschutz- und Vogelschutzgebiet) an.

Im Süden schließen landwirtschaftliche und Gewerbeflächen sowie im westlichen Bereich von Cranz Wohnbebauung an. Geteilt werden der Cranzer und Neuenfelder Hauptdeich durch das Sperrwerk Estemündung.

Zahlen und Fakten

Ziel ist es, Cranz und Neuenfelde langfristig und zuverlässig vor Hochwasser zu schützen.

Auf
9–9,40 m

soll der Deich erhöht werden. Das bedeutet eine Ertüchtigung­shöhe von circa 70 cm.

2050

ist der Betrachtungs­horizont für die Bemessungs­grundlage der Hochwasserschutz­bauwerke in Hamburg.

3,2 km

Deich werden insgesamt ertüchtigt.

2024

wird das Projekt fertiggestellt.

Im Zuge der Deichertüchtigung wird auch die Verkehrssituation optimiert.

Bis zu 24.000 Kfz

pro Tag nutzen die Deichverteidigungs- und Hauptverkehrs-straße.

 

Die Menschen vor Ort konnten in einer Arbeitsgruppe ihre Hinweise und Ideen zum Projekt einbringen.

Obstanbau und (Land-)Wirtschaft vor Ort werden in den Planungsprozess eingebunden.

Ein Ergebnisbericht bündelt die Hinweise und Ideen aus der Bürgerbeteiligung.

Zeitplan

4. Quartal
2018
Vor­planung
Aktueller Stand
Entwurfs- und Genehmigungs- planung
2. Quartal
2020
Planfest­stellungs­verfahren
2021
2024
Bauphase

In der Vorplanung wurden zunächst die verschiedenen Varianten identifiziert und nach Kriterien zu Umwelt (u. a. Schutzgüter Mensch und Natur), Bau und Aufwand geprüft. Schließlich wurde die Deichertüchtigung nach binnen als Vorzugsvariante identifiziert.

In dieser Phase erfolgt die detaillierte technische Planung. Zudem erstellt das Planungsteam umfassende Umweltgutachten sowie ein ausführliches Verkehrskonzept für die spätere Bauphase.

Ein wichtiger Baustein dieser Phase ist der Dialog mit den Betroffenen. Die Vorzugsvariante wurde den betroffenen Anwohner/-innen und Eigentümer/-innen im Rahmen des Dialogprozesses vorgestellt. In Arbeitsgruppensitzungen hatten Anwohner/-innen und Vertreter/-innen aus Lokalpolitik, Tourismus, (Land-)Wirtschaft und Deichsicherheit die Möglichkeit, die Vorzugsvariante zu diskutieren und ihre Hinweise und Ideen an das Planungsteam zu richten. In Gesprächen mit Eigentümer/-innen verhandelt die ReGe zudem den gegebenenfalls notwendigen Erwerb von Grundflächen. Ziel der Entwurfs- und Genehmigungsplanung ist es, die Planungsunterlagen für das Planfeststellungsverfahren vorzubereiten. Vor Einreichung der Unterlagen wird die ReGe die Anwohner/-innen und Eigentümer/-innen zu den Verfahrensdetails informieren und das Verkehrskonzept vorstellen.

Im nächsten Schritt reicht die ReGe für die Vorhabenträgerin HPA die Planunterlagen mit Antrag auf Planfeststellung bei der zuständigen Planfeststellungsbehörde ein. Die Planfeststellungsbehörde prüft die Antragsunterlagen auf Vollständigkeit und bereitet die weiteren Verfahrensschritte vor. Für das folgende Anhörungsverfahren werden allen Trägern öffentlicher Belange (z. B. Fachbehörden, Gemeinden, Verbänden) die Planunterlagen zur Verfügung gestellt. Einen Monat lang werden dazu die Pläne öffentlich – für alle Bürger/-innen zugänglich – ausgelegt. Einwendungen können schriftlich bei der Planfeststellungsbehörde eingereicht werden.

In der folgenden Erörterung erhalten alle Einwender die Möglichkeit, ihre Standpunkte mit dem Vorhabenträger zu diskutieren. Ziel ist ein Austausch zwischen allen Beteiligten, welcher der Planfeststellungsbehörde zusätzliche Informationen für ihre Entscheidung liefert. Die Anhörungsergebnisse werden anschließend von der Planfeststellungsbehörde abgewogen. Wenn alle Prüfaspekte erfüllt sind, erteilt sie den Planfeststellungsbeschluss.

Sobald der Planfeststellungsbeschluss vorliegt, besteht Baurecht. Über alle bevorstehenden Bauarbeiten wird die Öffentlichkeit im Vorwege informiert. Die Projektplaner sind bemüht, die verkehrlichen Einschränkungen für Anwohner/-innen und Verkehrsteilnehmer/-innen so gering wie möglich zu halten. Betroffene werden dazu über Umleitungen frühzeitig – z. B. auf der Website oder vor Ort – informiert.

Wer plant das Projekt?

Das Projekt ist Teil des Deicherhöhungsprogramms der Behörde für Umwelt und Energie (BUE). Sie ist sogenannter Bedarfsträger. Die Hamburg Port Authority (HPA), in deren Zuständigkeit die Erhöhung des Cranzer und Neuenfelder Hauptdeiches liegt, hat die ReGe Hamburg GmbH mit dem umfassenden Projektmanagement dieser Deichbauaufgabe beauftragt. Aufgabe der ReGe ist es, das Vorhaben von der Planung bis zur baulichen Umsetzung zu realisieren – sie ist also sogenannter Realisierungsträger. Dabei wird sie von Fachplanungsbüros unterstützt.

Auftraggeber

Realisierungsträger

GENERALPLANUNG
 

VERKEHRSPLANUNG
 

UMWELTPLANUNG
 

BAUGRUNDBERATUNG